01

Feb

Konzert | Pforte im Frauenmuseum

Die lange Nacht des Träumens | Von Utopien und Sehnsüchten

Samstag 27. April 2019 | 17.00 Uhr

Hilde Domins Worte bringen es auf den Punkt: Vertrauen ist immer ein Akt des
Mutes. Überall wo wir Neues wagen, neue Räume betreten, setzen wir «den Fuß in
die Luft». Wenn wir träumen, entstehen diese neuen Räume, die wir vielleicht einmal
betreten werden. In dieser Nacht träumen wir musikalisch, literarisch und philosophisch,
wir beschäftigen uns mit Utopien und mit Werken, die vor Kühnheit strotzen.
Oder wir hören einfach nur Musik, die zum Träumen einlädt.

Werke von:

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Johannes Brahms (1833–1897)
Clara Schumann (1819–1896)
Carlo Gesualdo (1566–1613) & George Crumb (*1929)
UA von Raphaela Fröwis (*1993)
Simon Frick (*1983)
Vivian Domenjoz (*1976)
Darius Grimmel (*1996) & David Helbock (*1984)

Fabiola Tedesco Violine
Francesca Temporin Violine
Klaus Christa Viola
Mathias Johansen Violoncello
Anna Magdalena Kokits Klavier
Ida Aldrian Mezzosopran
& Studierende des Vorarlberger Landeskonservatorium

 

Von Mysterien und Musketieren. Die wundersame Welt des H. I. F. Biber

Samstag,  25. Mai 2019 | 17.00 Uhr

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704):
Pastorella
Sonata representativa
Allegro – Nachtigal – Cucu – Fresch – die Henn – der Hahn – die Wachtel – die Katz – Musquetir mars – Allemande
Kreuzigung aus: Suite in g-Moll 
(anonyme Handschrift für Violine solo in scordatura, ca. 1685)
Battalia 
Das liederliche Schwirmen der Musquetirer – Mars – die Schlacht, und Lamento – der verwundten, mit Arien –  imitirt und Baccho dedicirt.
Passacaglia
Nachtwächter Ciaconna aus der Serenada à 5

Georg Muffat (1653–1704):
Passacaglia in g-Moll aus «Apparatus Musico-Organisticus»

Der Komponist und Geiger Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704) gehört zu den farbigsten Gestalten der Musikgeschichte. Er war ein Musiker, der vor Fantasie und mutigen Visionen überschäumte. Legendär ist sicher das Katzenmiauen in seiner Sonata representativa, aber auch die Rosenkranz-Sonaten sind monumentale Visionen: Für jede dieser Sonaten wird die Violine neu gestimmt, und zwar völlig neu. Diese Werke sind ein eigenwilliger, visionärer Kosmos von großer Ausdruckskraft. Biber war beseelt von der Idee, der Geige abzuringen, was ihr nur irgendwie an Möglichkeiten innewohnt. Und er tat das alles nicht um der Virtuosität willen, sondern um einen angemessenen Ausdruck für seine Themen zu finden. H. I. F. Biber lädt mit seiner Arbeit dazu ein, sich seine eigenen visionären Welten zu erschaffen, anstatt einfach nur vernünftig zu sein.

 

«Und wollte ich Schmerz singen, ward er mir zur Liebe» | Schubert Reloaded

Sa 21. September 2019 | 17.00 Uhr

Schuberts Schicksal – oberflächlich betrachtet – könnte uns zum Schluss führen, dass
er «den Fuß in die Luft setzte und sie trug nicht», um Hilde Domins Worte abzuwandeln.
So wurde sein hingebungsvolles Komponieren nur durch bescheidene äußere
Erfolge belohnt. Er blieb zeitlebens, was man heute einen «Geheimtipp» nennt. Auch
sein Liebesleben war gekennzeichnet von nicht erfüllten Hoffnungen. So erzählt
sein wunderbarer, berührender Liederzyklus «Die schöne Müllerin» von einer leidenschaftlichen,
aber unerfüllten Liebe: In 20 Liedern gehen wir durch alle Phasen des
Sehnens und des Hoffens, doch die Sehnsucht bleibt unerfüllt. In den letzten Liedern
macht sich die nackte Verzweiflung breit. Aber wenn wir genau hinsehen und -hören,
dann war Schubert ein radikal Hoffender. «Wollte ich Liebe singen, ward sie mir zum
Schmerz. Und wollte ich wieder Schmerz nur singen, ward er mir zur Liebe.»

Franz Schubert (1797–1928) «Die schöne Müllerin» bearbeitet von F. Poly für Tenor und
Streichquintett, Klaviersonate in G-Dur D.870 bearbeitet von F. Poly für Streichsextett

Rainer Trost Tenor
Christel Lee Violine
Francesca Temporin Violine
Klaus Christa und N. N. Viola
François Poly Violoncello
Ryutaro Hei Kontrabass

 

«Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug» | Frauen komponieren im Wien der Jahrhundertwende

Samstag,  19. Oktober 2019 | 17 Uhr

Christine Busch Violine
Elene Meipariani Violine
Klaus Christa Viola
Mathias Johansen Violoncello

Die Wiederentdeckung des Wolga-Quintetts war eine kleine Sensation der Pforte-
Saison 2018: Die heute völlig vergessene Komponistin Maria Bach ist eine der
faszinierendsten Erscheinungen der jüngeren Musikgeschichte und wir sind stolz,
dass die Pforte hier Pionierarbeit leisten konnte. Maria Bach war aber nicht die
einzige ausdrucksstarke Komponistinnen-Persönlichkeit im Wien des beginnenden
20. Jahrhunderts. Da waren auch Johanna Müller-Hermann, Vilma Webenau und
Frida Kern, deren Kammermusikwerke ebenso begeistern wie die von Maria Bach.
Das Pforte-Publikum darf sich auf aufsehenerregende Wiederentdeckungen freuen
und mit uns ins lebendige Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts eintauchen.

Werke von
Maria Bach (1896–1978),
Frida Kern (1891–1988),
Johanna Müller-Hermann (1868–1941) & Vilma Webenau (1875–1953)

Zitat: Hilde Domin, dt. Schriftstellerin (1909 bis 2006)

 

Abonnement für  «Pforte im Frauenmuseum»
für 4 Konzerte: € 58.–

Einzelkarten für  «Pforte im Frauenmuseum»
Normalpreis: € 19.–
Studierende: € 8.–  

Kartenreservierung:
Tourismusbüro Hittisau
Platz 370
6952 Hittisau
T +43 5513 620950
tourismus@hittisau.at

Abendkasse ab 16.30 Uhr

Der Besuch der Ausstellung im Frauenmuseum vor dem Konzert ist im Kartenpreis inkludiert.
Kostenloser Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre bei allen Pforte-Veranstaltungen, um Anmeldung wird gebeten


Kommentare sind geschlossen.

Scroll Up