Portrait Johann Konrad Bechter

Johann Konrad Bechter (11. 5. 1796 – 17. 5. 1845)
Bauer, Bauherr, Bürgermeister
Konrad Bechter kam als Sechzehnjähriger im Jahre 1812 mit seiner Mutter von Lingenau nach Hittisau. Sein Vater war 1802 verstorben, eben so seine 5 Geschwister bereits im Kleinkindalter. Mutter und Sohn verkauften ihr Heim anwesen in Lingenau und erstanden mit dem Erlös ein Anwesen in Hittisau. Der schon früh selbständige junge Mann kaufte …


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1814 das gegenüberliegende Gasthaus „Sonne“ samt dem dazugehörigen Bauernhof. 1820 erwarb er ein weiteres angrenzendes Gehöft. Mit 20 Jahren heiratete er 1816 die um sieben Jahre ältere Kristina Hagspiel vom Gasthaus „Hirschen“. Diese mutigen und in der damaligen Zeit ungewöhnlich frühen Schritte fanden in einer wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeit statt.

Von 1816 bis in den Sommer 1818 hinein waren extrem schneereiche und lange Winter, kalte und verregnete Frühlings- und Sommermonate zu überstehen, die zu einer großen  Lebensmittelknappheit führten, welche letztlich nur durch Getreidelieferungen aus Ägypten zu überbrücken waren. Zwischen 1817 und 1820 brachte Kristina Bechter fünf Kinder zur Welt, von denen drei im Säuglingsalter verstarben. Indessen wurde ihr Mann zum Bauherrn in großem Stil. Er baute das Gasthaus „Sonne“ neu auf und fügte im ersten Stock einen Tanzsaal hinzu. Der untere Teil des Hauses steht noch heute. An erster Stelle aber war Konrad Bechter Bauer. Er richtete in Hittisau-Rain eine florierende Landwirtschaft ein. Schon damals war in erster Linie gute Milchleistung gefragt und Konrad Bechter war ein ausgezeichneter Experte in Sachen Viehkauf und –handel. Er wurde in eine ausgesprochene Blütezeit guter Milchverwertung hineingeboren und nützte diese Chance. Grundlage waren u.a. die guten Absatzmöglichkeiten für Käse auf dem riesigen Gebiet der k.u.k. Monarchie.

Besonderes Glück hatte Bechter auch im Erwerb von Alpanteilen von seiner kinderlosen Verwandtschaft. Für seine weit vorausplanende und großzügig-moderne Alpwirtschaft baute Bechter große Stallungen und Wirtschaftsgebäude auf den schwer erreichbaren Alpen. Auf der Alpe Oberbalderschwang etwa riss Bechter die alten Hütten nieder und errichtete ein Stallgebäude für 100 Kühe. Nach und nach wurde er zum größten Landwirt und Alpbesitzer im ganzen Bregenzerwald.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der erfolgreiche Landwirt auch im öffentlichen Leben seiner Gemeinde eine entsprechende Rolle übernahm. 1827 wählten die Hittisauer den jungen Ökonomen Konrad Bechter zum Vorsteher (= Bürgermeister); diese Funktion übte er nun bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1845 aus. Zunehmende Vieh- und Käseexporte sowie das Bevölkerungswachstum allgemein bedingten dringend Neuerungen im Verkehrswesen.

Mit großem Eifer forcierte Bechter den Bau der Gschwendtobelbrücke über die Subersach durch die der Vorderbregenzerwald an die Straße von Alberschwende nach Egg und in den Hinterwald Anschluss bekommen sollte. Ing. Alois Negrelli (der spätere Suezkanalplaner), der damals Bauingenieur beim Kreisamt Bregenz war (und viele wertvolle Pläne für Vorarlberg erstellte), legte auch einen solchen für die Gschwendtobelbrücke vor und Bechter half 1833-1835 eifrig mit bei der Realisierung dieses dringenden Vorhabens. (Diese Brücke ist eine der wenigen noch erhaltenen gedeckten Holzbrücken).

Mit demselben Eifer unterstützte Bechter auch den Kreishauptmann Ebner gegen alle Widerstände um den Bau der Schwarzachtobelstraße, die 1835-1837 für die Verbindung Rheintal- Bregenzerwald eine sehr wertvolle Erleichterung brachte. Bechter sprach für die Vorderwald Gemeinden bei zur Verfügung stellen von 90.000 Gulden für die genannten Strassenprojekte, wofür ihm das Versprechen gegeben wurde, dass im Anschluss auch die Verbindung Müselbach-Lingenau realisiert werde. Dies wurde jedoch noch um Jahre verzögert.

Letztlich sind es zwei Bauten direkt am Dorfplatz, die für Bechters nachhaltigen Ruhm sorgen. Zum einen natürlich die Pfarrkirche (1843 – 1845), und direkt vis-à-vis der Gasthof Krone (1838), den Bechter ursprünglich als Sitz eines Landgerichts vorgesehen hatte: einer der vielen Wünsche des rastlosen Vorstehers, die nicht in Erfüllung gingen. Die Kirche selbst, fünf Monate nach  Bechters Tod provisorisch eingeweiht, musste noch weitere 8 Jahre auf ihre Fertigstellung warten.

Für den Bau der Kirche wurde 1841 ein Kostenvoranschlag von 40.000 Gulden erstellt, nach Beendigung sollen 60.000 Gulden errechnet worden sein. Vom Kirchenvolk wurde ein schier unüberwältigbares Maß an Arbeitseinsatz verlangt. Sand und Kies mussten in der gut 2 Kilometer entfernten Subersach geschöpft und mit Eimern von Hand zu Hand bis zur Baustelle weitergereicht werden. Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung blieb aber Bechter von persönlichen und ökonomischen Schicksalschlägen nicht verschont. Seine Frau verstarb 1835, als die noch lebenden 6 Kinder zwischen 4 und 18 Jahre alt waren (insgesamt kamen 15 Kinder zur Welt). Mindestens ein Mal wütete die Maul- und Klauenseuche zwischen 1838 und 1841 auch in Bechters großen Viehbeständen; der Käsehandel wurde aus seuchenhygienischen Gründen untersagt, es fanden keine Viehmärkte statt. Im Juli 1841 wütete ein Sturm, dem mindestens 100.000 Bäume zum Opfer fielen.

(Nach: Dr. Anton Stöckler, Platz 336, 6952 Hittisau)
Literaturtipp: werkraum krone, ISBN 978-3-902612-67-0, Bucher Verlag, Hohenems
Quellen: Tagebuch Kreishauptmann Ebner, Landesarchiv Bregenz
Tauf-, Trau- und Sterbebuch von C. Bergmann, Gemeinde Hittisau, Nr. 52



Executive Summary.

1838 erbaut, mehrfache Besitzerwechsel. Seit 3 Generationen wirten nun die Natters. Seit 10 Jahren Helene Nussbaumer-Natter und Dietmar Nussbaumer.

 

Geschichte für Geschichtsfreunde.

Ära Helene und Dietmar (seit 2005) – erzählt von Helene Nussbaumer-Natter

Weil in einem Betrieb unserer Größe sehr vieles von den Wirtsleuten und ihrem Zusammenwirken abhängt, beginne ich damit, wie Dietmar und ich zusammengekommen sind.


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Begegnet sind wir uns schon sehr früh, als ich 15 war, ich ging in die Hotelfachschule in Innsbruck und wir sind ein paar mal als Gruppe gemeinsam ausgegangen, haben uns dann aber lange Zeit nicht gesehen. Dietmar arbeitete dann 10 Jahre in Lech als Direktionsassistent, ich nach der Hotelfachschule 1997 auch – eigentlich hatten wir fast Blickkontakt, haben uns aber den ganzen Winter nicht gesehen. Getroffen haben wir uns dann wieder bei einer Veranstaltung in Wolfurt – wir rätseln heute noch ob das Zufall oder Schicksal war. Seither sind wir zusammen. Zuerst privat, später auch geschäftlich.

Dietmar hat in der Krone im Service begonnen und ist nach und nach in die Familie, den Betrieb und den Ort hineingewachsen. Übernommen haben wir die Krone 2005, aber ich denke, wirklich – gedanklich und emotional – übernommen haben wir mit unserem ersten Umbau im Herbst 2007.

Seither laufen die Uhren schneller – inzwischen haben wir fast alle Hotelzimmer gemeinsam mit unserem Freund und Architekt Bernardo Bader und den Handwerkern der Region umgebaut, die Stuben, die Rezeption und den Hoteleingang, das Kaminzimmer und außerdem sind wir seither um 2 Leute mehr: unsere Buben Oskar und Max bringen ordentlich Schwung in den Laden ;-).

Wir engagieren uns kulturell mit unserem Lesesalon, den Proust-Tagen, der „Zu Gast in der Krone“-Reihe und sonstigen Kooperationen. Dietmar bringt gemeinsam mit Florian Aicher die Edition Krone – eine kleine Buchreihe zu Themen rund um unser Haus – heraus. Pläne für die Zukunft gibt es natürlich auch schon wieder!

Ich denke, Dietmar und ich sind ein gutes Team: Dietmar ist der Kreative und ein Gastgeber mit Leib und Seele. Ich bin gerne im Hintergrund (am liebsten ganz hinten in der Patisserie, weil ich Desserts einfach liebe!), eine gute Teamplayerin und Gesprächspartnerin für unsere Mitarbeiter. Wir haben beide einen hohen Qualitätsanspruch und sind konsequent.

Wo man unsere beiden Persönlichkeiten vielleicht auch ganz gut sieht, ist wenn man vor unserem „Krömle-Kasten“ steht, in dem wir Mitbringsel verkaufen: von mir sind die hausgemachten Marmeladen, die mit einer Kräuterfrau in Alberschwende entwickelten Kronentee-Mischungen, Kekse aus unserer Backstube, schöne Kerzen usw., von Diemar sind die Bücher – die edition krone, das werkraum krone Buch – das unseren ersten Umbau dokumentiert und auch Rezepte aus der Kronenküche enthält – sowie weitere, ausgewählte Bücher aus der Region.

Stolz bin ich darauf, dass wir mit den beiden großen Umbauten (2007 und 2010) noch heute viel Freude haben, ich werte das als Zeichen für gutüberlegte Entscheidungen. Und ich bin sehr stolz darauf, dass wir viele MitarbeiterInnen haben, die uns seit Jahren treu sind – Manu seit 30 Jahren, Beate seit über 20 Jahren, Nadja und Johanna seit 10, Michael seit 5 – das ist einfach schön! Auch auf Gästeseite gibt es sehr viele Menschen, die immer wieder zu uns kommen – teilweise schon, seit ich selber ein Kind war. Außerdem freut es mich jeden Tag, wenn das hausgemachte Brot und die Kuchen im Backrohr aufgehen. Am wichtigsten ist mir aber, dass wir uns als Familie – alle drei Generationen Nussbaumers und Natters – gut verstehen und zusammenstehen.


 

Ära Wilma und Herbert (1971 bis 2005)

erzählt von Wilma Natter

Kennengelernt haben Herbert und ich uns auf einem Nikolauskränzle des Jungen Gastgewerbe in Bludenz – er hat mich zum Tanzen aufgefordert. Was mich gefreut hat, denn er war mir davor schon aufgefallen. Herbert war damals Kassier beim Jungen Gastgewerbe, er saß in einem noblen Anzug am Ende einer langen Tafel und rauchte. Das war 1969. Am Tag nach dem Nikolauskränzle hat Herbert dann schon im Engel in Schwarzach, meinem Elternhaus, Kaffee getrunken …


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Mein Vater war von Herbert, der 11 Jahre älter ist als ich, gleich angetan – er hat immer gemeint „Ein Mann unter 30 ist ein „Trüllar“ – also ein Taugenichts – und er schätze Herberts gute Manieren und seinen trockenen Humor. Ich erinnere mich noch gut an einen meiner ersten Besuche in der Krone: Am Abend war eine Hochzeit im Kronensaal angemeldet und ich wurde auf die Terrasse gebeten: dort hat man mir eine Bosnische Torte (die bis heute nach demselben Rezept gebacken wird) und Karamellcreme (die für den Abend vorbereitet war) gegeben, es war wunderbar. Mir ist aufgefallen, dass es eine sehr gepflegte Küche gab, alles picobello-sauber war, aber auch etwas nüchtern, es gab kaum Blumen im Haus. Da hätte ich gerne gleich dekoriert.  Etwas später habe ich dann manchmal in der Krone im Service ausgeholfen. Besonders in Erinnerung ist mir ein Faschingsball, der für mich eher ein Spießrutenlauf war. Ich wurde vom halben Dorf gemustert.

 

Wichtige Ereignisse

1971 haben wir geheiratet.
1972, also ziemlich bald nach der Hochzeit, haben wir die Kellerbar aufgemacht. Das war damals schon etwas Besonderes… unser persönliches Junges-Gastgewerbe-Projekt, in der Zeit waren Cocktails wie Weltfrieden und Moccaflip en Vogue und wir hatten einen professionellen Barkeeper vom Arlberg. Die Kellerbar der Krone war die einzige Bar im Dorf, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt…

1973 kam unsere Tochter Isabella zu Welt.

Das klingt vielleicht lustig, aber eine große Sache war für uns die Saladette, die wir 1973 angeschafft haben – also einen gekühlten Salat-Schrank, der damals unverschämt teuer war, aber wirklich bis heute im Einsatz ist! Wir waren am Ruhetag öfters in der Schweiz zum Essen, dort gab es schon Rohkostsalate, während bei uns noch alles gekocht war. Ich habe immer viel Wert auf den Salat gelegt und denke bis heute, dass die Art und Weise, wie Salat zubereitet wird, viel über eine Küche aussagt.

1976 kam unsere Tochter Helene zu Welt.

Das war auch geschäftlich ein sehr wichtiges Jahr für Herbert und mich: Die Bälle waren kein Geschäft mehr und der Saalbetrieb war insgesamt problematisch: für die Nachbarn, für die Gäste im Haus und für uns als junge Familie auch. Wir haben also schweren Herzens den Kronensaal abgerissen – de facto das halbe Haus – und Gästezimmer mit insgesamt 35 Betten gebaut, ein Hotel mit Lift, Rezeption, Kaminzimmer. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Besprechungen mit Bauleiter Walter Hauser – Helene lag im Kinderwagen und wir beratschlagten viele Abende lang.

Ab 1977 galt es, das Haus zu füllen. Wir hatten zuvor schon einzelne Gäste aus dem Elsass gehabt, die begeistert vom Bregenzerwald waren und wir dachten: gute Distanz, nette Menschen, das wäre ein Markt. Also sind wir gemeinsam mit Gertrud und Otto Seiz vom Ifenblick in Sibratsgfäll dann einfach in der Zwischensaison ins Elsass gefahren und sind bei Reisebüros vorstellig geworden.

Das hat uns dann busseweise gute Gäste gebracht und durch Weiterempfehlungen im Elsass auch Betriebsausflüge von chemischen Labors, Raffinerien, Vereinen und Seniorengruppen.

Ein weiterer wichtiger Partner wurde etwas später das holländische Busunternehmen Leo Thyssen, das über viele Jahre Gruppen ins Haus brachte.

Ende der Achtziger brach der qualitative Bustourismus ein – der Preiskampf begann, es war keine lustige Zeit. Wir mussten sehr billig anbieten und hatten bald schon zwei Frühstücksbuffets – eines für die Busreisenden und eines für die Privatreisenden.

Wir haben dann konsequent daran gearbeitet, nur mehr Privatgäste zu bekommen – eine harte Zeit.
Hilfreich war dabei unsere gute Küche, Familienfeste, Essensgäste die uns weiterempfohlen haben und nach und nach haben sich private Hotelgäste eingefunden.

Ab 1992

Im November kam der Weinhändler Walter Amann zum Gespräch und gratulierte zur Haube, einer Auszeichnung im gerade erschienen Gourmetführer Gault Millau – wir wussten nichts davon, denn wir wurden auch nicht gefragt, ob wir uns testen lassen wollen, wir waren total überrascht und haben uns sehr gefreut! Danach kamen viele Köche zum Essen, zB. Ernst Huber, damals sicher der bekannteste Spitzenkoch Vorarlbergs.
Eigentlich hatten wir immer schon viele Wirtskollegen als Gäste. Es war nie so ein Kokurrenzdenken – dazu hat Herbert mit seinem trockenen Humor und seiner Korrektheit viel beigetragen.

Köche und Wirte sind sehr gute Gäste, wir haben das immer sehr geschätzt!

 2005

In diesem Jahr haben unsere Tochter Helene und unser Schwiegersohn Dietmar die Krone übernommen. Wir sind sehr dankbar und froh, dass unser Lebenswerk in der Familie bleibt und sich so gut weiterentwickelt. Wir wohnen ja schon längst nicht mehr in der Krone, sind aber trotzdem mehrmals pro Woche dort und helfen dort und da gerne aus.

Über das Kochen

Wir sind viel gereist und haben jedes Jahr Inspirationen gesammelt. Zuhause haben wir es dann umgesetzt bzw. übersetzt – mit heimischen Zutaten.

1984 machte Edgar Husser aus dem Elsass Urlaub in der Krone – er führte die Auberge d’Arzenheim, ein sehr gutes Restaurant. Ich konnte dort dann eine Woche auf „stage“ in die Küche und habe gelernt, Fisch zu kochen und auch sonst vieles mitgenommen, was bei uns so noch nicht bekannt war.

Inspirationen gesammelt haben wir über die vielen Jahre im Tessin, Elsass, Friaul, Toskana, Piemont, Umbrien, Ligurien, Cinqueterre, Rom, Kanarische Inseln, Australien, Thailand, Singapur, Hongkong, aber auch auf Kur in Waltersdorf und Rakersdorf.

Beeindruckt hat uns immer das was vor Ort gekocht wurde, die einfache Landesküche: gedämpfte Zwiebel mit Maisbrei, der ganze Fisch im Salzteig oder Sama-Fisch mit rosa Knoblauch gedämpft auf den Kanaraen, Stockfisch mit Tomate in Lucca, im Ganzen mit Kräutern gebratenes Kitz im Friaul, Fenchelsalat mit Orangen, Zitroneneis mit Walderdbeeren in der Toskana, Meerfisch in Weißweinfond mit dem ersten Chardonnay in Australien, ….

Darauf bin ich stolz:
Dass wir in der Familie gut auskommen – dass wir füreinander da sind. Dass wir gute Nachfolger haben. Dass unsere Töchter beide ihren Weg gegangen sind. Und natürlich auf unsere vier Enkel, die alle ganz wunderbare kleine Persönchen sind.

Herbert und ich haben immer zusammengehalten – wenn wir miteinander tun können, dann schaffen wir alles! Wir sind beide Genußmenschen und auf sehr unterschiedliche Arten kreativ und haben Ideen.

Mein Wunsch war immer, dass wir ein guter Landgasthof sind und bleiben können, kein schickes Hotel. Ein guter Landgasthof, wo jeder sich wohlfühlt. Ich mag es nicht, wenn man die Leute „siebt“. Das haben wir in unserer Kronenzeit gut geschafft.


Früher war gestern …
(entnommen aus dem Buch werkraum krone)

1930 kauften die Brüder Oskar und Walter Natter, in deren Besitz sich bereits die Post in Bezau befindet, die Hittisauer Krone von der Familie Lässer aus Alberschwende. Bald darauf teilen sich die Brüder die Häuser auf, und Walter (1899 bis 1971) übernimmt die Krone. Aus der Küche der Post holt er sich eine versierte Köchin …


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Es kommt, wie es kommen muss, und man feiert Hochzeit. Appolonia, genannt Plone (1907 bis 1980) reiht sich ein in die Liste der prominenten Kronenwirtinnen. Auf Wunsch ihres Gatten trug sie übrigens jahrein-jahraus die Bregenzerwälder Tracht, selbst im Sommer bei der schweißtreibenden Arbeit am großen Holzherd.

1934 kommt Tochter Erika zur Welt. Bald ist sie als rechte Hand ihrer Mutter überall in der Krone anzutreffen. Noch bevor ihr drei Jahre jüngerer Bruder Herbert das Haus übernimmt, amtiert sie einige Zeit lang als Kronenwirtin.

Langsam kommt das Geschäft nach dem Krieg wieder in Fahrt. An den Sonntagen füllen sich die Stuben zum Frühschoppen. Man trinkt Limonade, Flaschenbier (Fässer liefert die Brauerei nur an hohen Festtagen), Wein: Kalterer, Lagrein Kretzer, Gumpoldskirchner. Kriegsflüchtlinge aus dem Osten logieren im dritten Stock, ab und zu gibt es eine Hochzeit, einen Leichenschmaus.

1947/48 erste Bälle: die besseren Herrschaften fahren im Schlitten vor, Stallknechte spannen aus, versorgen die Rosse, im großen Kronensaal über dem Stall (heute Hoteltrakt) wird getanzt, in den Stuben geschmaust: Schnitzel, Schweinsbraten, Hackbraten, Bratwürste mit Sauerkraut. Die Versorgung mit regionalen Produkten war damals mehr als ein Marketing-Schlagwort: es war eine notwendige Selbstverständlichkeit.

Mitte der 1950er Jahre wurde das Herrren- und das Südtirolerzimmer zu einem Speisesaal umgebaut. 1952 entsteht aus dem Geräteschuppen im hinteren Teil der Krone der Saal: hier finden die berühmten Mittwoch-Tanzabende statt – über Jahre hinweg die wichtigste Partnerbörse des Vorderen Bregenzerwaldes.

(…).


 

 

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