Konzert 4 - Pforte im Frauenmuseum

Beginn 16.09.2010
Ende
Turnus Einmalig
Kategorie Veranstaltungen
conSequenza.

Thomas Engel, Blockflöte
Claudia Gerauer, Blockflöte
Chiharu Abe, Barockvioline
Kaspar Singer, Barockcello
Johannes Hämmerle, Cembalo & Orgel
Julian Behr, Theorbe & Chitarrone


Das italienische Wort „barocco“, das dem Zeitalter des Barock seit Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Namen verleiht, bedeutet unter anderem „seltsam“ oder „sonderbar“. Die bekannteren Übersetzungen „schwülstig“ oder „überladen“ scheinen uns sehr viel vertrauter, wenn wir zum Beispiel an eine üppig verzierte Barockkirche denken, in der an praktisch jeder Ecke ein Ornament zu finden ist. Wenn wir die Musik des späteren Barock und ihre Aufführungspraxis zu Beginn des 18. Jahrhunderts betrachten, entdecken wir ebenfalls mannigfaltige Verzierungen, ohne die diese Musik nicht vorstellbar ist. „Seltsam“ indes scheint die über 100 Jahre zuvor entstandene Musik des beginnenden Barock zu sein – Experimente einer neuen Geisteshaltung, Kunstwerke aus der Frühzeit einer Epoche, in der es praktisch noch keine Regeln gab und folglich (fast) alles erlaubt war.


In den Jahren nach 1600 tritt die Instrumentalmusik erstmals gleichberechtigt neben die jahrhundertelang dominierende Vokalmusik. Die visionären Komponisten dieser Zeit unterliegen noch keinen festen formalen oder melodischen Gesetzmäßigkeiten und sie machen mannigfaltigen Gebrauch von dieser neu entdeckten Freiheit. Marco Uccellini, Biagio Marini, Tarquinio Merula oder Francesco Turini wurden so zu Berühmtheiten ihrer Zeit; heute sind sie fast vergessen.
Und was hat all dies mit dem Titel dieses Konzertes zu tun? Wir werden uns daran erinnern …

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